Programmplanung im Community Radio

Diplomarbeit. Universität Wien, März 2005.
(PDF auf Anfrage)

Zusammenfassung (Abstract)

Wie können Community Radios heute – in einer veränderten und komplexer gewordenen Medienlandschaft – ihre Programme gestalten? Wie weit können und dürfen sie das im Rahmen der äußeren und inneren Beschränkungen? Der freie Zugang für engagierte (aber unbezahlte) Radiomacher bleibt ein wesentliches Paradigma von Community Radio, gleichzeitig soll das Programm insgesamt ein Gesicht haben, Schwerpunkte setzen und möglichst hohe Qualität im Sinne der vielen verschiedenen Zielgruppen bieten.

Gefordert sind Konzepte, die nicht bloß im Organisieren und Verwalten von Sendezeit bestehen, sondern das Programm aktiv gestalten. Die Arbeit stellt auf Basis mehrerer Fallbeispiele Möglichkeiten dar, das Programm eines Community Radios zu organisieren und den Programmcharakter zu beeinflussen.

Community Radios sind heute nicht mehr durch ein idealtypisches Modell erklärbar, das normativ festgelegten Regelwerken folgen kann, sondern als dynamische Systeme, die sich im Kontext von lokalen Strukturen, etablierten Ansprüchen der Communities und Erwartungen des Publikums als komplementäres Angebot im jeweiligen Radiomarkt herausbilden und verändern.

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UDO 77 (monochrom)

Das Musical „Udo 77“ im Wiener Rabenhof-Theater fördert nicht nur die Wiederbegegnung mit der Gestalt Udo Proksch, sondern speist die anstößige Faszination durch eine rätselhafte Blufferfigur. Ein wunderbarer Off-Abend der Gruppe monochrom.

Gepriesen seien also die Stimmen von Sonja Romei, Anna Behne, Lukas Sartori und Christian Strasser, die Regie von Johannes Grenzfurthner, die musikalischen Beiträger, die unter der Anleitung von Harald Homolka-List und Günther Friesinger aufspielen – auf diesem inspirierten Plünderzug durch die Stile erfährt ein totes Genre (Musical) seine Einverleibung in die krisensichere FM4-Kultur.

Schauer der Ergriffenheit jagt einem das Wiederauftauchen einer untoten Proksch- Stimme (Robert Stachel) über den Rücken. Udo, der Netzgeist, lädt Systeme erotisch auf und bringt das Weinviertler Bankhaus zum Kollabieren. Der Geist aus der Röhre infiziert als „trojanisches Programm“ die grundanständigen Leut‘. Seine Begierde speist – das Leiden an Österreich. Wunderbarer Abend.

Ronald Pohl, Der Standard  17.9.2004

Ich brauche mehr Details.

(geschrieben 2003 für den FM4 Weblog von Johannes Grenzfurthner)

Wiederannäherung an eine westdeutsche Filmkomödie der 80er Jahre.

„Didi – Der Doppelgänger“ kam 1984 ins Kino. Der Film lief im Zentral Kino in Wiener Neustadt, einem ehemaligen Theater mit sehr schönem Zuschauerraum, in dem es sogar Logen und eine Galerie gab. Auch hatte es für die 80er Jahre – also noch vor Erfindung der Vorstadtplex-Kinos – ein angenehm großes Foyer. Es war abgefuckt und roch etwas ältlich, aber es war gemütlicher als die Mitbewerber Theater- und Forum-Kino.

In den 80ern waren uns 12jährigen alle Ablenkungsmöglichkeiten während des Wartens auf den Saaleinlass höchst willkommen. Das SMS und der Klingelton waren ja noch nicht marktreif. Im Zentral Kino gab es dafür mehrere Schaukästen für kommerzielle und soziale Einrichtungen. Einen davon bespielte ein ortsansässiger Kampfsportverein. Neben Fotos, Medaillen, Gürtel und Tabellen schmückten die Vitrine auch einschlägige Utensilien und Kleidungsstücke. Das ausgestellte Suspensorium zum Schutz der Körpermitte des Kämpfers war ein nicht enden wollender Quell der Unterhaltung, sein impliziter Witz wurde ja zu jener Zeit auch bei „Die Einsteiger“ mit Gottschalk/Krüger sehr anschaulich thematisiert und Jahre später in einer Simpsons-Folge (5F03, „Bart Star“) zelebriert.

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Plädoyer für das Letscherte

zur einleitung: letschert kommt von „latschen“ und wird bei duden (1990) mit „schlapp, matt, kraftlos, fade“ übersetzt, was in der gastronomie nicht uneingeschränkt gültigkeit hat.
in zusammenarbeit von maschek und jg AT monochrom (bezeichnenderweise „das ende der nahrungskette“) entstand der vorschlag, die letschertheit von lebensmitteln mit der maßeinheit LÉTSCH zu messen, auf einer oben und unten geschlossenen skala.

0 letsch = knäckebrot, frisch bei ikea gekauft.
5 letsch ~ wurstsemmerl mit gurkerl, ca. 3 tage im schulranzen belassen.
10 letsch = nass gewordene soletti.

der physiker findet vielleicht noch eine variante, das ganze genauer zu machen, also etwa: ein letsch ist die letschertheit, die eine frisch gebackene semmel von einer einen tag alten semmel unterscheidet.

dass eine resche semmel einer letscherten vorgezogen wird, kann und will ich nicht verstehen. ich wünsche mir bäcker, die in ihren vitrinen damit prahlen, wie letschert ihre semmeln sind und diese sowohl ganz neu als auch 3tagealt anbieten. 3 letsch ist das idealalter einer handsemmel, nur dann eignet sie sich zum beispiel wirklich zum auftunken von saucen, v.a. gulasch. die typische semmel, die man spätabends beim wiener würstelstand angeboten bekommt, ist ein fall für die lebensmittelpolizei: sie ist nicht mehr frisch, hat bereits ca. 1-2 letsch und ist damit ungeniessbar. die semmel macht am zweiten tag ihres bestehens eine metamorphose durch, von der reschen (ok) zur letscherten (sehr ok). inzwischen muss sie in ruhe gelassen und am besten in eine papiertüte und ein plastiksackerl gewickelt werden. ab dem ca. 4. bis 5. tag wird die semmel dann steinhart und muss an enten verfüttert werden. enten mögen semmeln mit 10 letsch.

das künstliche herbeiführen des idealen letschgrades wäre ein schönes thema für eine emaildiskussion von letschliebhabern. einige methoden sind bekannt, v.a. das obengenannte schwitzenlassen in plastiktüten. erstaunlicherweise kann die mikrowelle wunder wirken, aber nur sekundenbruchteile trennen letschertgemachtes von zu stein gemachtem mikrowellengebäck. erfahrungswerte wären hier schön, empirisches forschen gut.

Diskussion: letsch ring (bei monochrom)

Grenzfurthner & Stachel

GRENZFURTHNER & STACHEL™ ist eine eingetragene Männerfreundschaft so wie MUCKENSTRUNZ & BAMSCHABL, nur ist Grenzfurthner größer als Muckenstrunz und Stachel ist kleiner als Bamschabl.

Sie machen Sachen.

das VerortungsDJing „Motördiskurs zett-Be in der Wiener Bar Modern Rhiz. „Berhizelung“ sagt Grenzfurthner posthum dazu, und für diese Art von Schöpfungen liebt ihn Stachel genausosehr wie dafür, daß er den Ausdruck „Sager“ niemals unironisch verwenden würde,

einen Abend für 2 Komödianten in „der Netbase“
(Anm. 2018: leider nicht mehr online)

Foto: Karl Ziegler, Dezember 2000.

Politisch sind GRENZFURTHNER & STACHEL™ wohl leicht zu durchschauen, und einen Zieher machen sie sowieso mit fast jedem, wenn gute Pressefotos dabei herausschauen.

Wer wen überleben wird, steht in den Sternen, Grenz mutmaßt bereits.

Update Feb. 2003: Stachel hat seit 8 Wochen nicht mehr geraucht, was den Spekulationen Grenzfurthners den Boden unter den schmächtigen Füßen wegzieht.

Update Aug. 2004: Schon über 2 Jahre kein Motördiskurs mehr, der zugehörige Chat verwaist und Stachel raucht immer noch nicht wieder.