A new TV channel for Vienna | Vienna Metblogs

It took quite a while, but Vienna will finally have a non-commercial Community TV station, almost a quarter century after most of the Western world.However, it is not the worst moment to start such a project. First, more people have access to video production than ever before. Decent video equipment has become affordable for many, digital publication on the Internet or on DVD is no rocket science anymore, and you will hardly find a new mobile phone or photo camera on the market that does not come with some video feature. Creating your own media was never easier.

Quelle: A new TV channel for Vienna | Vienna Metblogs

Dot Org Boom (Stockholm 2005)

The Dot Org Boom: A seminar on independent and networked media

Dot Org Boom media seminar in Stockholm on Tuesday 12th of April (2005) explored the relationship between grassroot media and mainstream commercial media. It was part of the PixelACHE festival.

Robert Stachel (Austria) will give a presentation with a topic ‚Community Media as online programme platforms – redefining the role of the „third tier“ of TV and Radio‘

When they were founded, Community Access Media were meant to become the „third tier“ of Radio and Television, next to Public Service Broadcasting and commercial stations. But the requirements of a complementary media offer have changed: The programmes of most European Public Service Corporations are influenced by their competition with commercial stations. Internet took over a lot of the social and political functions that Community Media were meant to take some 15 years ago. The need for a TV platform for non-commercial content, for art and independent film, for controversial discussion and experimental forms of production seems still unsatisfied.

What can be the role of non-commercial Community media in this situation? How will they adapt to new ways of distribution on the internet and digital carriers? How could international cooperation work, what programmes could they exchange? Licencing policies, online frameworks for collaborative production, new meta data standards and easy-to-use databases are keys to future success of Community Television and Radio.

Quelle: Dot Org Boom – Meta

Dot Org Boom media seminar

 

Programmplanung im Community Radio

Diplomarbeit. Universität Wien, März 2005.
(PDF auf Anfrage)

Zusammenfassung (Abstract)

Wie können Community Radios heute – in einer veränderten und komplexer gewordenen Medienlandschaft – ihre Programme gestalten? Wie weit können und dürfen sie das im Rahmen der äußeren und inneren Beschränkungen? Der freie Zugang für engagierte (aber unbezahlte) Radiomacher bleibt ein wesentliches Paradigma von Community Radio, gleichzeitig soll das Programm insgesamt ein Gesicht haben, Schwerpunkte setzen und möglichst hohe Qualität im Sinne der vielen verschiedenen Zielgruppen bieten.

Gefordert sind Konzepte, die nicht bloß im Organisieren und Verwalten von Sendezeit bestehen, sondern das Programm aktiv gestalten. Die Arbeit stellt auf Basis mehrerer Fallbeispiele Möglichkeiten dar, das Programm eines Community Radios zu organisieren und den Programmcharakter zu beeinflussen.

Community Radios sind heute nicht mehr durch ein idealtypisches Modell erklärbar, das normativ festgelegten Regelwerken folgen kann, sondern als dynamische Systeme, die sich im Kontext von lokalen Strukturen, etablierten Ansprüchen der Communities und Erwartungen des Publikums als komplementäres Angebot im jeweiligen Radiomarkt herausbilden und verändern.

„Programmplanung im Community Radio“ weiterlesen

UDO 77 (monochrom)

Das Musical „Udo 77“ im Wiener Rabenhof-Theater fördert nicht nur die Wiederbegegnung mit der Gestalt Udo Proksch, sondern speist die anstößige Faszination durch eine rätselhafte Blufferfigur. Ein wunderbarer Off-Abend der Gruppe monochrom.

Gepriesen seien also die Stimmen von Sonja Romei, Anna Behne, Lukas Sartori und Christian Strasser, die Regie von Johannes Grenzfurthner, die musikalischen Beiträger, die unter der Anleitung von Harald Homolka-List und Günther Friesinger aufspielen – auf diesem inspirierten Plünderzug durch die Stile erfährt ein totes Genre (Musical) seine Einverleibung in die krisensichere FM4-Kultur.

Schauer der Ergriffenheit jagt einem das Wiederauftauchen einer untoten Proksch- Stimme (Robert Stachel) über den Rücken. Udo, der Netzgeist, lädt Systeme erotisch auf und bringt das Weinviertler Bankhaus zum Kollabieren. Der Geist aus der Röhre infiziert als „trojanisches Programm“ die grundanständigen Leut‘. Seine Begierde speist – das Leiden an Österreich. Wunderbarer Abend.

Ronald Pohl, Der Standard  17.9.2004

Die schönsten Helvetismen

 

migros-bananenWenn Schweizer miteinander deutsch sprechen, so sprechen sie üblicherweise schweizerdeutsch. Wenn Schweizer mit des Deutschen mächtigen Nichtschweizern sprechen, so sprechen sie hochdeutsch. Was viele Schweizer jedoch nicht wissen, ist, dass einige der Wörter, die für sie perfekt hochdeutsch sind, außerhalb der eigenen Landesgrenzen trotzdem für Verwunderung sorgen und zur Verständigung mit Dritten nur beschränkt dienlich sind. (Auch Österreicher unterliegen mitunter diesem Irrtum: zum Beispiel ist die Allzweckphrase „das geht sich nicht aus“ in Deutschland und der Schweiz weder dazu geeignet Termine abzusagen noch einen Geldmangel auszudrücken.)

Etablieren wir also die 10 schönsten Helvetismen auch in Deutschland, Österreich und Luxemburg. Und zwingen wir dafür die Schweizer, im Gegenzug das scharfe ß wieder zu verwenden. „Die schönsten Helvetismen“ weiterlesen

Ich brauche mehr Details.

(geschrieben 2003 für den FM4 Weblog von Johannes Grenzfurthner)

Wiederannäherung an eine westdeutsche Filmkomödie der 80er Jahre.

„Didi – Der Doppelgänger“ kam 1984 ins Kino. Der Film lief im Zentral Kino in Wiener Neustadt, einem ehemaligen Theater mit sehr schönem Zuschauerraum, in dem es sogar Logen und eine Galerie gab. Auch hatte es für die 80er Jahre – also noch vor Erfindung der Vorstadtplex-Kinos – ein angenehm großes Foyer. Es war abgefuckt und roch etwas ältlich, aber es war gemütlicher als die Mitbewerber Theater- und Forum-Kino.

In den 80ern waren uns 12jährigen alle Ablenkungsmöglichkeiten während des Wartens auf den Saaleinlass höchst willkommen. Das SMS und der Klingelton waren ja noch nicht marktreif. Im Zentral Kino gab es dafür mehrere Schaukästen für kommerzielle und soziale Einrichtungen. Einen davon bespielte ein ortsansässiger Kampfsportverein. Neben Fotos, Medaillen, Gürtel und Tabellen schmückten die Vitrine auch einschlägige Utensilien und Kleidungsstücke. Das ausgestellte Suspensorium zum Schutz der Körpermitte des Kämpfers war ein nicht enden wollender Quell der Unterhaltung, sein impliziter Witz wurde ja zu jener Zeit auch bei „Die Einsteiger“ mit Gottschalk/Krüger sehr anschaulich thematisiert und Jahre später in einer Simpsons-Folge (5F03, „Bart Star“) zelebriert.

„Ich brauche mehr Details.“ weiterlesen

Austro-Diminutiv

AUSTRO-
DIMINUTIV
PROJECTO

begonnen am 22. 10. 2003 von Stachel und Grenzfurthner

das wort, das es nur im diminutiv gibt, gilt es hervorzuheben und zu finden, nicht den diminutiv selbst. hiebei ist es wichtig, auf den richtigen genus zu kommen. -erl (= öst. für -chen) ist ja immer neutral, das nichtdiminutierte wort könnte aber auch masc sein, nicht immer fem. bsp. „der trensbart“ ist richtig, die „trensbarte“ gibt es nicht. hier ist etymologiewissenschaftliches feingefühl gefragt, mitunter auch knallhartes wissen.

fraglich ist, ob wir wörter gelten lassen sollten, die es in der nichtverkleinerten form
gibt, die aber da etwas ganz anderes bedeuten. z.b. die pocke, das pockerl. da plädieren wir doch glatt auf nein, um die spreu vom weizen zu trennen.

und was nie gilt:
sowas wie seidel/seiderl
(gez. die befasser)

hier zur Liste bei monochrom: austro-diminuitiv

Fernsehen muss nichtfunktionieren dürfen

Beitrag für dem Schwerpunkt „TVTV“ im „Versorger“, der Zeitung der Linzer Stadtwerkstatt

Fernsehen muss nichtfunktionieren dürfen

In Wien soll in rund einem Jahr ein Offener Fernsehkanal senden.

Vor mehr als 2 Jahren haben die Grünen im Wiener Gemeinderat die Absicht kundgetan, im Rahmen eines ausserkoalitionären Abkommens mit der SPÖ einen Offenen Fernsehkanal ermöglichen zu wollen. 2002 entstand eine Machbarkeitsstudie (unter Beteiligung des Autors), jetzt (Oktober 03) wurden konkrete Pläne zur Umsetzung und Finanzierung bekannt gegeben. Mit einer runden Million Euro pro Jahr wird das Projekt zu fast 100% von der Stadt gefördert, als Träger soll ein Verein aus „renommierten Persönlichkeiten aus dem Bereich Medien, Kunst, Wissenschaft und anderer für die Gesellschaft wichtiger Bereiche“ (Pressetext) die Unabhängigkeit vom Rathaus garantieren. Der Community Media Cluster Vienna (www.cmcv.at), eine Interessensvertretung der alternativen Medien in Wien, sieht in der vorgestellten Lösung „einen sinnvollen Startpunkt“, weist aber gleichzeitig darauf hin, „dass das Projekt nur dann erfolgreich realisierbar bleibt, wenn es gelingt, die Konzeption politisch unbeeinflusst umzusetzen.“ „Fernsehen muss nichtfunktionieren dürfen“ weiterlesen

Elffriedebuch

Das ist ein Text zu einem Elffriedebuch.

Dieses Elffriedebild besticht unter anderem durch einen relativ großen Punkt am Ellenbogen der linken Figur. Dieser Punkt ergibt für meine fantasielosen Augen keinen Sinn. Genauso wenig wie ein (verhältnismäßig) riesiges bordeauxrotes Objekt in einem der Bögen von meiner Ausgabe des Kinderbuches „Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder oder Die Veränderung der Landschaft“ von Jörg Müller, Frankfurt am Main 1973. Vielleicht war’s aber auch in „Hier fällt ein Haus, dort steht ein Kran und ewig droht der Baggerzahn oder Die Veränderung der Stadt.“ Auch Frankfurt, aber 1976. Eher war ’s der Presslufthammer.

Gerne habe ich, als ich an Jahren noch jünger war, alle 7 Bögen dieses Bildbandes im elterlichen Wohnzimmer nebeneinander aufgelegt und dann stundenlang studiert und verglichen. Die Reihe zeigt eine ländliche Idylle, die sukzessive durch Abrisse und Zubauten verschandelt wird. Als etwa Zehnjähriger fand ich die abschließenden Bilder immer am schönsten und beindruckendsten. Auf ihnen sieht man die völlig umge- bzw. verbaute Landschaft, aus der alles barocke und natürliche verschwunden und durch autofreundliche 70er-Jahre-Shoppingtempel ersetzt worden ist.

Heute denke ich anders, stehe dem Neoliberalismus kritisch gegenüber, meide den Einkauf in seelenlosen Shopping-Malls und würde jedem männlichen Leser, der von seiner Frau mit einer ganzen Einkaufstasche Nachwuchs beschenkt wird und sich ob der pädagogischen Herausforderung am Kopf kratzt, das Buch von Herrn Müller ans Herz legen.

Hier ein Faksimile des angesprochenen bordeauxroten Objekts:

Aus „Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder oder Die Veränderung der Landschaft“ von Jörg Müller, Frankfurt am Main 1973. Das Buch erhält keinen Hinweis auf das Objekt. Es passt weder stilistisch noch inhaltlich zum Rest des Bildes und Buches. Auch die beiden Buben haben mit diesem Objekt nichts zu tun. Wie dieses Detail zeigt, schauen sie knapp links daran vorbei.

Wenn Sie sachdienliche Hinweise zur Klärung des Problems haben, scheuen Sie sich bitte nicht, sie mir mitzuteilen.

Juni 2001.

update vom 11. 1. 2002:

Herr Hansjörg Widmer schreibt mir: „Das Ding ist vermutlich ein Heissluftspielzeug aus Draht und Papier, untendrin eine Konservendose mit Spiritus oder Benzin. Dass die Kinder scheinbar nicht hinschauen liegt eher an Müllers unpräziser Zeichnungs-Kunst. Vermute ich.“

Die Diskussion sei prolongiert.

update vom 1. 11. 2002:

Herr Stefan Matzinger schreibt mir: „.. habe das „sonderbare Objekt“ im Detail angeschaut. Sofort war mir klar, dass es sich dabei um einen selbstgebastelten Heissluftballon handelt, den viele Jugendliche in der Schweiz schon selbst hergestellt haben, sei es in Jugendorganisationen oder in der Schule. Das Gerüst besteht aus Maschendraht, welcher einen Kubus bildet und mit Seidenpapier überzogen wird. Am unteren, offenen Ende wird ein Diagonalkreuz aus Draht angebracht, um dessen Mitte ein mit Sprit getränkter Wattebausch befestigt wird. (In der Vergrösserung ist der brennende Wattebausch als hell leutender Punkt deutlich erkennbar) Zündet man den Wattebausch an, hält den Ballon gut in der richtigen Lage (sonst fängt das Papier Feuer) und wartet eine Weile, steigt er.“

Das scheint mir nun Beweis genug. Die Geschichte im Elffriedebuch ist dadurch natürlich ein wenig entzaubert. Aber man kann ja nicht alle Schweizer Bräuche kennen und erkennen.